

80 % Porsche, 100 % Spielzeug
Manchmal möchte man wieder zehn Jahre alt sein. Besonders dann, wenn Hedley Studios das vielleicht schönste Spielzeugauto der Welt gebaut hat. Der Porsche 550 J ist 2,9 Meter klein, hat bis zu 21 PS, wiegt 330 Kilogramm und kostet rund 77’000 Franken.
Um es vorwegzunehmen: Den Porsche 550 J als Spielzeug zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung. Drei Jahre Entwicklungszeit investierte Hedley Studios in den Junior-Spyder. Porsche öffnete dafür sein Werksarchiv, stellte Originalzeichnungen zur Verfügung und liess einen echten 550 vermessen und dreidimensional scannen. Mehr als 1300 Bauteile entstanden eigens für den Bonsai-Porsche.

Mit 2,9 Metern Länge und 1,2 Metern Breite ist der 550 J ungefähr so gross wie ein gut gefüllter Einkaufswagen. Dafür wiegt er nur rund 330 Kilogramm. Unter der handgefertigten Karbonkarosserie steckt ein Stahl-Gitterrohrrahmen. Gebremst wird mit Brembo, gedämpft mit Bilstein, gefedert mit Eibach. Selbst das Holzlenkrad stammt von Nardi – jenem Hersteller, der bereits das Original belieferte.
Elf PS müssen reichen

Statt des legendären Fuhrmann-Boxers arbeitet hinter den Sitzen ein 48-Volt-Elektroantrieb. In der Basisversion leistet er 8 kW/11 PS und beschleunigt den kleinen Spyder auf rund 65 km/h. Reichweite: etwa 48 Kilometer. Wem elf Pferde für einen Porsche etwas mager erscheinen, bestellt das RS-Paket. Dann gibt es 16 kW/21 PS, rund 80 km/h Höchstgeschwindigkeit, einstellbare Bilstein-Dämpfer, gelochte Bremsscheiben und bis zu 80 Kilometer Reichweite. Bloss wohin? Auf die Strasse darf der Porsche 550 J nämlich nicht. Er darf nur auf privaten oder abgesperrten Strecken bewegt werden.

Porsche bleibt Porsche

Ein echter Porsche bleibt der 550 J auch beim Konfigurieren. Historische Rennlackierungen, Heritage-Designs und Paint to Sample stehen zur Verfügung. Wer möchte, kann den kleinen 550 also farblich exakt an seinen grossen 550 Spyder anpassen.

Bei den Details haben die Briten Humor bewiesen. Der Ladeanschluss versteckt sich unter dem nachgebildeten Tankdeckel, die ehemalige Choke-Betätigung dient als Fahrmodusschalter. Die Batterien sitzen dort, wo beim Original der Boxermotor lag, damit die Gewichtsverteilung dem historischen Mittelmotor-Rennwagen möglichst nahekommt.

Für die Schweizer Garage

Gebaut werden lediglich 250 Exemplare, alle von Hand im britischen Bicester. Bestellen können den 550 J übrigens auch Schweizer Kunden direkt bei Hedley Studios. Der Grundpreis von 69’500 Pfund entspricht derzeit rund 77’000 Franken – vor Steuern und allen optionalen Dingen, die einen Porsche zwar toller, aber selten günstiger machen. Die ersten Autos sollen im Frühling 2027 ausgeliefert werden.
Bilder: Porsche


