

Ariel Atom 4RR: 780 PS pro Tonne
Der Ariel Atom ist eine Rakete, die von Rohren zusammengehalten wird, gebaut von Wahnsinnigen – so brachte es Jeremy Clarkson auf den Punkt. Doch es geht noch wilder. Zum Jubiläum gibt es mit dem 4RR den krassesten Atom aller Zeiten: 525 PS bei gerade einmal 670 Kilogramm.
«It’s like being strapped to a firework», flehte Top-Gear-Legende Jeremy Clarkson um Gnade, als er den gnadenlosen Atom testete. «This is not a car. It’s a track-day special. Some sort of skeleton device designed by mad people», lautete sein legendäres Urteil. Was würde er wohl zum Jubiläumsmodell sagen? Wahrscheinlich, dass es dafür nur eine Art Zielgruppe gibt: Alle, denen ein Lamborghini zu soft ist und ein Motorrad zu sicher.

Der Ariel Atom 4RR ist der wohl extremste Atom aller Zeiten. Kein Dach, keine Türen, keine Kompromisse. Dafür: 525 PS bei gerade einmal 670 Kilogramm. Übersetzt: rund 780 PS pro Tonne. Der Ariel Atom 4RR ist kein Auto. Er ist eine Grenzerfahrung.

Rennwagen auf Honda-Basis
Der Motor basiert auf dem bekannten 2,0-Liter-Turbo aus dem Honda Civic Type R. Für den Ariel wurde er aber massiv überarbeitet. Geschmiedete Innereien, Trockensumpfschmierung, grösserer Turbo mit rund 1,6 bis 1,7 bar Ladedruck, Drehzahlbereich über 8000/min. Wer nicht gleich sein Testament machen will, kann ihn auch schwächer konfigurieren. Ja klar.

Geschaltet wird über ein sequenzielles Sechsganggetriebe von Quaife mit Schaltwippen. Kupplung? Braucht man nur zum Anfahren. Danach wird durchgeladen wie im GT3-Rennwagen. In rund 2,7 Sekunden geht’s von null auf 100 km/h. Schluss ist – je nach Abstimmung – bei rund 270 bis 280 km/h. Und das alles im offenen Wagen, der von ein paar Rohren zusammengehalten wird.
Leichtbau als Religion

Der Atom bleibt sich auch in der Jubiläumsversion treu: Rohrrahmen statt Karosserie, verstärktes Chassis – ohne Gewichtszunahme. Dazu kommen Öhlins-TTX-Dämpfer, eine einstellbare Pushrod-Aufhängung und AP-Racing-Bremsen rundum. Die Karbon-Elemente wurden weiter optimiert, vor allem für bessere Kühlung. Denn bei dieser Leistung ist Hitze der einzige echte Gegner.

Gebaut wird alles handgefertigt in Crewkerne (UK) – ausschliesslich auf Bestellung. Eine offizielle Stückzahl nennt Ariel nicht, sie bleibt traditionell klein. Der Preis: rund 280 000 Dollar, also je nach Kurs etwa eine Viertelmillion Franken.
Bilder: Ariel


