

Blitz unter Strom – wie vor 125 Jahren
Vom Königstuhl in die Zukunft: Opel zündet den elektrischen Blitz und steigt in die Formel E ein. Genau zum richtigen Zeitpunkt – 125 Jahre nach dem ersten Sieg im Motorsport.
Am 31. März 1901 jagt ein gewisser Heinrich Opel einen modifizierten Motorwagen den Königstuhl bei Heidelberg hinauf – 4,5 Kilometer, 450 Höhenmeter, bis zu 16 Prozent Steigung. Kein Überrollbügel, keine Telemetrie, nur Mut, Mechanik und ein bisschen Wahnsinn. 23 Minuten später ist klar: Opel hat sein erstes Rennen gewonnen.

125 Jahre später steht die Marke wieder an einem Wendepunkt. Der Blitz ist zurück. Und diesmal elektrisch. Opel steigt ab der Saison 2026/27 in die Formel E ein.

Der perfekte Zeitpunkt?
Opel kommt zwar spät – aber genau zum richtigen Moment. Denn der Einstieg von Opel fällt mit der neuen GEN4-Ära zusammen – dem grössten Technologiesprung der Formel-E-Geschichte. Bis zu 600 kW (816 PS), permanenter Allradantrieb, deutlich mehr Rekuperation. Das bedeutet: Reset für alle.
Rennsport liegt Opel im Blut

Der Sieg von 1901 war kein Zufall, sondern Auftakt einer langen Erfolgsgeschichte. Schon früh verstand Opel, dass Motorsport mehr ist als Show – er ist Entwicklungslabor und Grenztest zugleich. Es folgten Jahrzehnte voller Höhepunkte: Rallye-EM und WM mit Walter Röhrl, Tourenwagensiege, DTM, Nürburgring.

Und zuletzt ein modernes Kapitel mit dem weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokal. Die Formel E ist also kein Neuanfang. Sie ist ein Teil der DNA der Marke.

Kein Alleingang
Opel kommt nicht als Einzelkämpfer. Im Hintergrund steht Stellantis – ein Konzern, der in der Formel E bereits Erfahrung gesammelt hat. Dieses Know-how fliesst nun direkt ins neue Werksteam. Es ist deshalb kein waghalsiger Einstieg, sondern ein strategischer Schritt.

Opel gilt als die Marke der Vernunft. Solide, rational, manchmal fast zu unauffällig. Genau das will der Einstieg in die Formel E ändern. Die Serie wird zur Bühne für einen Imagewandel und passt zur GSE-Strategie – «Grand Sport Electric». Modelle wie der Mokka GSE oder der kommende Corsa GSE sollen das liefern, was auf der Rennstrecke demonstriert wird: Performance.
Rückkehr auf die grosse Bühne

Es ist auch eine Art Heimkehr. Opel war immer dann stark, wenn es sich etwas getraut hat – sei es am Königstuhl, auf der AVUS oder in der Rallye-WM. Die Formel E bringt die Marke zurück in ein global sichtbares Motorsportumfeld. Vom Königstuhl 1901 bis zur Formel E 2026 – das ist keine zufällige Linie. Das ist eine Entwicklung. Denn eines hat sich seit 1901 nicht geändert: Am Ende zählt nur, wer als Erster am Ziel ankommt.
Bilder: Opel


