McLaren verkauft fünf Formel-1-Boliden

Fünf McLaren für ein Halleluja!

Bald ist Weihnachten. Und Sie wissen nicht, was Sie schenken sollen? Wie wäre es mit fünf McLaren-Formel-1-Wagen? Spoileralarm: Sie brauchen dafür ein dickes Portemonnaie.

Veröffentlicht am 26.10.2026

Die gute Nachricht: Der britische Rennstall öffnet seine Schatzkammer und verkauft fünf originale Grand-Prix-Boliden. Die schlechte: Einen Preis verrät McLaren nicht. Branchenkenner rechnen mit fünf bis zehn Millionen Pfund pro Fahrzeug. Und das ist vermutlich erst der Anfang. Denn wer einen Formel-1-Wagen besitzt, braucht auch jemanden, der ihn zum Laufen bringt und am Leben hält.

Motoren für die Ewigkeit

Die eigentlichen Kronjuwelen sind zwei McLaren MP4/6A aus der Saison 1991. Damals, als Formel-1-Motoren noch nicht nach Staubsaugern klangen und ein V12 mit 13'000 Touren für Gänsehaut sorgte. Unter der Verkleidung steckt ein 3,5-Liter-Honda-Saugmotor, dessen Klang allein schon einen beträchtlichen Teil des Kaufpreises rechtfertigt.

Mit einem MP4/6 gewann Ayrton Senna 1991 seinen dritten und letzten Weltmeistertitel. Die beiden angebotenen Exemplare wurden allerdings von seinem Teamkollegen Gerhard Berger in Rennen eingesetzt. Senna sass hier nur bei Testfahrten am Steuer. Das macht sie nicht zu Senna-Siegerautos, aber immerhin zu Fahrzeugen, in denen einer der grössten Rennfahrer aller Zeiten seine Spuren hinterlassen hat.

Chassis 04 fuhr Berger beim Grossen Preis von San Marino auf Platz zwei – hinter Senna. Chassis 07 erreichte beim britischen Grand Prix ebenfalls Rang zwei. Beide Autos stammen aus einer Zeit, in der McLaren zu den unangefochtenen Herrschern der Formel 1 gehörte.

Letzter Gruss vom Saugmotor

Ein paar Generationen jünger ist der McLaren MP4/27A von 2012. Unter seiner Haut arbeitet ein 2,4-Liter-Mercedes-V8. Jenson Button fuhr das angebotene Chassis unter anderem beim Grossen Preis von Abu Dhabi, Lewis Hamilton durfte es testen.

Der MP4/27 war ein ziemlich schneller Rennwagen. Sieben Grand-Prix-Siege holte McLaren mit diesem Modell in der Saison 2012. Dass es trotzdem nicht zum WM-Titel reichte, gehört zu den kleinen Tragödien der Formel-1-Geschichte. Heute wäre allein der hochdrehende V8 für viele Fans ein Grund, das Sparschwein zu schlachten. Vorausgesetzt, das Sparschwein besitzt ein Konto auf den Cayman Islands.

Gulf-Lackierung und Hollywood

Deutlich moderner, aber nicht weniger interessant ist der MCL35M von 2021. Lando Norris fuhr mit dem angebotenen Chassis unter anderem in Monaco, wo McLaren mit einer spektakulären Gulf-Sonderlackierung antrat. Auch beim historischen Doppelsieg in Monza war dieses Auto dabei: Daniel Ricciardo gewann, Norris wurde Zweiter. Es war McLarens erster Grand-Prix-Sieg seit 2012.

Und dann wäre da noch der MCL37A von 2023. Ein Formel-1-Bolide, der nicht nur Rennstrecken, sondern auch Hollywood-Luft geschnuppert hat. Neben Norris, Oscar Piastri und weiteren Piloten durfte nämlich auch Brad Pitt ans Steuer. Der Schauspieler fuhr den McLaren im Zusammenhang mit dem Film «F1».

Bitte nicht ins Museum stellen

Den Verkauf übernimmt der britische Spezialist Tom Hartley Jnr., der sich mit millionenschweren Rennwagen bestens auskennt. Eine klassische Auktion ist es nicht. Die fünf McLaren werden einzeln und diskret angeboten. Wer genug Geld hat, kann theoretisch auch alle fünf kaufen.

Bemerkenswert ist, dass die Fahrzeuge direkt aus dem Besitz von McLaren stammen. Keine dubiosen Vorbesitzer, keine verschollenen Chassisnummern, keine Geschichten von angeblich originalen Schrauben. McLaren will die historischen Autos restaurieren beziehungsweise technisch so vorbereiten, dass sie wieder auf die Rennstrecke können.

Natürlich sind fünf bis zehn Millionen Pfund für ein altes Rennauto ziemlich viel Geld. Andererseits: Ein Picasso macht keinen Lärm. Und man kann mit ihm auch nicht durch die Eau Rouge fahren.

Bilder: McLaren

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