

Golf R 24H – zurück in der Grünen Hölle
Volkswagen R kehrt zurück an den Nürburgring. Dorthin, wo der Golf GTI Edition 30 im Jahr 2007 Geschichte schrieb. Mit dem Golf R 24H will es Volkswagen nochmals wissen – und startet 2027 beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife.
Heute steht das Kürzel «R» bei VW vor allem für schnelle Alltagsautos. Golf R, Tiguan R oder früher Touareg R. Doch der Ursprung liegt im Motorsport. Das «R» stand eigentlich für «Volkswagen Racing». Die Performance-Abteilung feierte 2002 mit dem ersten Golf R32 auf der Nordschleife Premiere. Genau dorthin will Volkswagen R nun zurück. «Das 24h-Rennen ist für uns die härteste Bewährungsprobe unter realen Wettbewerbsbedingungen», sagt Reinhold Ivenz, Leiter Volkswagen R. Recht hat er. Denn das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist kein steriler Prüfstand, sondern eher ein Lügendetektor unter Folter. Die Wahrheit kommt erst an der Schmerzgrenze ans Licht.

Max Kruse Racing
«Wenn ein Auto hier gut ist, ist es überall gut», sagte Rennsportlegende Jackie Stewart einst über den Nürburgring. Die Nordschleife ist kein Ort für Blender. Über 70 Kurven, blinde Kuppen, Sprünge, Bodenwellen, Wetterkapriolen – und dazwischen GT3-Monster, die nachts mit 280 km/h durchs Dunkel schiessen wie Kampfjets auf geheimer Mission.

Ausgerechnet in diesem Raubtier-Revier will Volkswagen R 2027 wieder angreifen. Zum 25-jährigen Bestehen der Performance-Marke entwickelt Volkswagen gemeinsam mit Max Kruse Racing einen neuen Golf R für das 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Max Kruse Racing kennt die Grüne Hölle besser als die meisten Taxifahrer ihre Innenstadt. Mitgründer Benjamin Leuchter ist nicht nur Rennfahrer, sondern auch Entwicklungs- und Testfahrer für Volkswagen-Sportmodelle. Erkenntnisse aus dem Renneinsatz fliessen später oft in Serienfahrzeuge ein – sei es bei Fahrwerk, Kühlung, Software oder Allradabstimmung.
Spektakulärster Golf R aller Zeiten?

Noch hält sich Volkswagen mit technischen Details zurück. Klar ist: Der neue Golf R 24H wird Allradantrieb besitzen und speziell für die Anforderungen der Nordschleife entwickelt. Breitere Spur, aggressive Aerodynamik, massiver Abtrieb, kompromissloses Fahrwerk, riesige Bremsen und ein Antrieb, der vermutlich mehr mit einem GT-Rennwagen als mit einem normalen Kompaktwagen gemeinsam haben wird. Die Chancen stehen gut, dass dies der spektakulärste Golf R aller Zeiten wird.

Auf der Nordschleife gelten allerdings andere Regeln. Dort reicht Effizienz nicht. Dort braucht es Charakter, Ausdauer und Nerven aus Stahl. Der kommende Nürburgring-Renner könnte genau das ändern. Genau so muss ein Golf R sein, wenn das «R» wieder glaubwürdig für Racing stehen soll. Bis 2027 dauert es zwar noch etwas. Doch schon jetzt ist klar: Volkswagen meint es ernst. Und plötzlich riecht ein Golf wieder ein bisschen nach Grüner Hölle.
Bilder: Volkswagen


