Mercedes-AMG GLE 63 S und GLS 63
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AMG: Der V8 lebt!

Während alle dachten, der V8 liege auf dem Totenbett, schickte Mercedes-AMG den Achtzylinder ins Fitnessstudio. Mit dem neuen GLE 63 S und GLS 63 feiern die Affalterbacher nicht nur ein Facelift – sondern die Rettung des V8.

Veröffentlicht am 19.06.2026

Kommen wir gleich zur Sache: Herzstück der überarbeiteten Mercedes-AMG-Topmodelle GLE 63 S 4MATIC+ und GLS 63 4MATIC+ ist der neue M177 EVO. Leistung und Drehmoment bleiben mit 612 PS und 850 Nm zwar unverändert, technisch hat sich unter der Haube aber mehr verändert, als die Zahlen vermuten lassen.

V8 mit Ferrari-Trick

Die wichtigste Neuerung steckt tief im Motor verborgen: eine Flat-Plane-Kurbelwelle. Bislang setzte AMG traditionell auf Cross-Plane-Kurbelwellen, die für den typisch amerikanisch-bollernden V8-Sound verantwortlich sind. Flat-Plane-Kurbelwellen kennt man bislang eher von Ferrari. Der Vorteil: geringere rotierende Massen, spontaneres Ansprechverhalten und höhere Drehfreude. AMG verspricht damit ein deutlich direkteres Fahrgefühl, ohne die Leistungswerte zu verändern. Ergänzt wird das Ganze durch eine neue Einlassnockenwelle, ein überarbeitetes Einspritzsystem und modernisierte Turbolader.

Trotz ihrer stattlichen Masse sprinten die SUVs weiterhin in Sportwagenregionen. Der GLE 63 S erledigt den Standardsprint in 3,9 Sekunden, der grössere GLS benötigt 4,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jeweils 280 km/h.

Aussterben verschoben

Noch wichtiger ist jedoch die Botschaft. Der V8 ist nicht tot. Er hat lediglich eine neue Kurbelwelle bekommen. Der M177 EVO soll kommende Emissionsvorschriften erfüllen und langfristig im Programm bleiben. AMG-Chef Michael Schiebe spricht ausdrücklich davon, die Zukunftsfähigkeit des V8 gesichert zu haben. Das dürfte viele AMG-Fans freuen. Schliesslich sorgte die Einführung des Vierzylinder-Hybridantriebs im C 63 für ähnlich viel Begeisterung wie ein veganer Grillabend auf einem Harley-Davidson-Treffen.

Dicke Backen, dicke Rohre

Optisch fallen die Änderungen moderater aus. Beide Modelle erhalten eine neue Frontpartie mit grösserem AMG-Kühlergrill, überarbeitete LED-Lichtsignaturen und eine neue Heckgestaltung mit markanten Endrohren. Im Innenraum zieht das neue MB.OS-Bediensystem ein. Aber die wahre Musik spielt wieder vorne auf acht Oktaven.

Bilder: Mercedes-AMG

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