The Outlaw Collection auf Sotheby's

Magnus Walker Sammlerstücke ersteigern

Dreadlocks, Vintage-Klamotten, Outlaw-Attitüde: Magnus Walker ist nicht der typische Porsche-Fahrer. Und genau das machte ihn berühmt. Sein erstes Geld verdiente er mit Rock’n’Roll-Klamotten – sein zweites mit der Individualisierung von alten Porsches. Nun versteigert er einen Teil seiner exklusiven Sammlung auf Sotheby's vom 18.–25. März 2026.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Wenn Magnus Walker seine Garage öffnet, ist das kein Ausverkauf. Es ist ein Kapitel Automobilgeschichte. 162 Lose, 50 Jahre 911-Evolution – vom zierlichen Kurzradstand bis zum schrägen 80er-Jahre-Exzess. Hier einige Highlights der Outlaw-Collection, die Magnus Walker vom 18. bis 25. März 2026 auf Sotheby’s versteigert. Die Beschreibung der Modelle hat Walker persönlich kommentiert. 

Porsche 911 S (1967) – Pin-up-Schönheit

Sieben 911 S hat Walker bis heute besessen. Dieser hier war einst ein missverstandenes Breitbau-Experiment. «Autos mit kurzem Radstand sehen mit breiten Karosserien einfach nicht gut aus.» Also zurück zur reinen Linie. «Ich bin 1967 geboren, daher habe ich eine Schwäche für alles, was mit 1967 zu tun hat.»

Magnus Walker kaufte ihn, nachdem die Anzeige «sechs Monate auf meinem Schreibtisch lag». Niemand wollte ihn. Walker schon. Der nummerngleiche Motor wurde auf 2,3 Liter aufgebohrt, dazu eine kurze Übersetzung «ideal für Bergstrassen, aber weniger geeignet für die Autobahn». Ergebnis: «In den Gängen eins bis vier bleibt man immer im optimalen Leistungsbereich.» Typisch Walker: Tartan-Schalensitze, Outlaw-Felgen, rote Riemen. «Im Grunde ist es ein sportliches, strassentaugliches, vom R inspiriertes Leichtbau-Rennfahrzeug.» 

Porsche 911 Carrera 2.7 MFI (1976) – Ein Stück Porsche-Geschichte

Eigentlich suchte Walker einen 64er Porsche. Dann kamen «fünf grottenschlechte Fotos». Auf dem letzten Bild: eine MFI-Pumpe. «Wow, das ist interessant.» Die mysteriöse «Neun» in der Fahrgestellnummer führte ihn zum Homologationsmodell – 1 von 113. «Ich habe ihm das Geld noch am selben Tag überwiesen.» Optisch fast unscheinbar. Unter dem Blech arbeitet der echte RS-Motor. Mechanisch, direkt, kompromisslos. «Obwohl ich einige persönliche Akzente gesetzt habe, ist er im Wesentlichen originalgetreu erhalten.» Walkers Fazit: «Das ist einfach ein bemerkenswertes Stück Porsche-Geschichte.» 

Porsche 911 (1966) – Irisch grüne Zeitmaschine

Seattle. Regen. Hinflug am Morgen, Rückflug am Mittag. «So viel dazu: Ich kaufte ihn auf einer Blitzreise.» So einfach kann Liebe sein. Irish Green – «Porsches Interpretation von British Racing Green». Originalmotor, abgenutztes Interieur. «Ich liebe den Used-Look des Lenkrads.» Statt unpassender Fuchs trägt er jetzt schlichte Stahlfelgen. Mit hohen, schmalen Reifen. «Er fühlt sich schneller an, als er tatsächlich ist. Für mich ist dieses Auto wie eine Zeitreise.» Wer wissen will, wie sich ein früher 911 wirklich anfühlt – hier ist die Antwort.

Porsche 911 L – Outlaw Starter Kit

Walkers persönliches Highlight: «Mit Abstand mein Lieblingslos.» Ein 1968er 911 L als Basis, dazu S-Longblock, frühes 901-Getriebe, Scheel-Sitz, Fiberglas-Stossstange, Minilites – und sein eigenes Momo-Lenkrad. Sogar seine Nike 277 SB Dunks liegen bei. Das Outlaw-Starter-Kit ist keine fertige Ikone. «Natürlich ist etwas Montage erforderlich.» Lack, Vision, Schweiss – alles Sache des Käufers. Aber genau darum geht’s. Keine fertige Ikone, sondern eine leere Leinwand. Wer immer von einem eigenen R-inspirierten Short-Wheelbase-Hot-Rod geträumt hat: Hier beginnt die Geschichte. Walker verschweigt nichts. «Sie erhalten genau das, was Sie sehen. Viel Glück!»

Porsche 911 Carrera 2.7 – Slantnose mit Vergangenheit

«Der 911 mit der schrägen Frontpartie ist so ein Auto, das man entweder liebt oder hasst. Ich persönlich liebe ihn.» 1974er US-Carrera als Basis, in den 80ern mit AIR-935-Fiberglas-Kit zur Schrägschnauze mutiert. Unter der Haube: 2,7-Liter-RS-MFI-Spezifikation auf 2,4-E-Gehäuse – ein mechanisches Frankenstein-Kunstwerk. Walker wollte lange einen zweiten Slantnose. Als er fast aufgab, kam der Anruf. «Ich fuhr hin, sah ihn mir an und kaufte ihn.» Jahre später meldete sich der ursprüngliche Erbauer. «So schloss sich der Kreis.» 

Porsche 911 (1965) – Der 310. gebaute 911

«Mein 911er von 1965 ist ein ziemlich seltenes und besonderes Auto», sagt Magnus Walker. Fahrgestellnummer 300310 – der 310. jemals gebaute 911. Anfang 1965 an Brumos Porsche in Jacksonville ausgeliefert. Wahrscheinlich einer der ersten sechs 911er, die Brumos überhaupt in die USA importierte. «Ich musste lange mit dem Verkäufer verhandeln.» Neun Monate dauerte das Ringen. Und er lernte: «Man braucht Geduld, wenn jemand überlegt, sein Auto zu verkaufen. Manchmal ist man etwas zu eifrig – und plötzlich ist es doch nicht mehr zu haben.»

Der Wagen wurde 1964 gebaut und Anfang 1965 fertiggestellt. Heute trägt er Walkers Handschrift – aber mit Respekt. «Ich würde ihn als ‚Gentleman’s Racer‘ bezeichnen.» Silber, Schiefergrau, Burgunderrot, Bronzegold. 15 × 6 Zoll Fuchs-Felgen, Vintage-Scheel-Schalensitze. Kein wildes Outlaw-Statement, sondern ein sportlich-zweckorientierter Look der Mitte der 60er. Dieses Auto ist für passionierte Porsche-Sammler der ersten Stunde – ein Stück Urknall der 911-Saga.

Bilder: Sotheby's

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