Audi Q4 e-tron Facelift

Audi Q4 e-tron wird zur Powerbank

Der Audi Q4 e-tron war nie der Klassenclown, sondern eher der Musterschüler unter den Elektro-SUVs: ordentlich, effizient, brav. Mit dem Facelift dreht Audi nun an den richtigen Schrauben – und macht aus dem Bestseller einen Klassenprimus.

Veröffentlicht am 29.04.2026

Seit 2021 wurden in der Schweiz über 11’000 Exemplare verkauft – der Q4 ist damit Audis wichtigster Stromer im Alltag. Und genau dort setzt das Update an. Keine Revolution, eher Evolution.

Neue E-Maschine

Optisch? Nicht gerade ein Design-Feuerwerk, aber etwas schärfer. Neue Lichtsignaturen, ein farbiger Singleframe, mehr Präsenz. Alles nett – aber ehrlich gesagt: nicht der Punkt.

Der wahre Fortschritt steckt unter dem Blech und im Cockpit. Audi verpasst dem Q4 eine neue Generation der permanent erregten Synchronmaschine an der Hinterachse. Das bringt mehr Effizienz, mehr Drehmoment und bessere Leistungsentfaltung – vor allem bei niedrigem Ladezustand. Das Ergebnis: 210 kW (286 PS) beim Hecktriebler, 250 kW (340 PS) bei den quattro-Modellen mit bis zu 545 Nm Drehmoment an der Hinterachse.

Die Allradversionen profitieren besonders: vorne arbeitet ein zusätzlicher Motor, der bei Bedarf zugeschaltet wird. Kein permanentes Mitlaufen, sondern gezielte Power, wenn sie gebraucht wird. Das Resultat: bis zu 592 Kilometer Reichweite beim Sportback, rund zehn Prozent mehr Effizienz und ein spürbarer Zugewinn im Alltag. Oder anders gesagt: weniger Nachladen, weniger Stress.

Schneller laden, kürzer warten

Auch beim Laden wurde nachgeschärft. Mit bis zu 185 kW DC lädt der Q4 von 10 auf 80 Prozent in rund 27 Minuten – in zehn Minuten kommen bis zu 180 Kilometer Reichweite dazu. Das sind zwar keine Riesensprünge, aber genug, um den Alltag deutlich entspannter zu machen.

Laden auch rückwärts

Das grösste Aha-Erlebnis kommt beim Thema Energie. Der Q4 kann jetzt bidirektional laden. Vehicle-to-Load (V2L) bedeutet: Nicht nur Strom tanken – sondern ihn auch wieder abgeben. E-Bike laden im Wald? Kein Problem. Kaffeemaschine beim Camping? Läuft. Eigenes Haus mit Strom versorgen? Ebenfalls möglich – via Vehicle-to-Home (V2H). Damit wird der Q4 zum mobilen Akku auf Rädern. Ein Feature, das viele Hersteller ankündigen – Audi bringt es nun tatsächlich in die Serie.

Neues Interieur

Innen gibt es mit dem Facelift die grosse Digital-Keule: neues Panoramadisplay (11,9 + 12,8 Zoll), optionaler Beifahrer-Screen, neues Infotainment mit App-Store und ein Sprachassistent mit ChatGPT-Anbindung. Das Ganze wirkt moderner, klarer, weniger VW-Baukasten, mehr Audi-Anspruch. 

Kurz: Der Q4 wird nicht aufregender. Aber erwachsener. Oder anders gesagt: Er fährt weiter, lädt schneller, denkt mit – und kann im Notfall sogar das Haus mit Strom versorgen.

Bilder: Audi

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