Supercar aus Holland

Donkervoort P24 RS: 600 PS, 780 Kilo

Donkervoort baut seit 1978 Fahrmaschinen. Nur Mechanik und die Überzeugung, dass Leichtbau zeitlos ist. Der neue P24 RS ist die Essenz aus 48 Jahren radikaler Ingenieurskunst von Donkervoort.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Gegründet von Joop Donkervoort im Jahr 1978, ist der niederländische Autobauer bis heute familiengeführt, ohne externe Investoren, ohne Shareholder-Agenda. In fast fünf Jahrzehnten entstanden weniger als 2000 Autos – über 97 Prozent davon fahren noch. Donkervoort ist ein Geheimtipp für eine eingeschworene Gemeinschaft. Kunden werden zum Teil der Familie, Autos werden weiterentwickelt und restauriert. Wegwerfen ist keine Option.

Diese Haltung prägt auch die Modellnamen: D8 nach Denis Donkervoort, S8 nach Amber, F22 nach Filippa – und nun P24, benannt nach Phébe, der zweiten Tochter des heutigen Geschäftsführers. Persönlicher geht es kaum.

Leichtbau als Kernkompetenz

Der P24 RS ist der grösste Technologiesprung der Markengeschichte. Herzstück ist das neue Ex-Core-Chassis – eine Donkervoort-eigene Karbon-Technologie, die inzwischen sogar in der Formel 1, im Langstreckensport und in Hightech-Anwendungen ausserhalb der Autoindustrie eingesetzt wird. Ergebnis: ein Trockengewicht von rund 780 Kilogramm. Deutlich unter der Ein-Tonnen-Grenze. In der Supercar-Welt ein Affront.

Power To Choose

Angetrieben wird der P24 RS von einem komplett neu entwickelten 3,5-Liter-V6-Biturbo. Leistung? Wählbar. 400, 500 oder 600 PS – per «Power To Choose». Drehmoment: 800 Nm. Damit erreicht der P24 RS ein Leistungsgewicht von rund 770 PS pro Tonne. Zahlen, die brutal klingen – aber nicht das Ziel sind. Donkervoort interessiert nicht die Gerade, sondern das Gefühl. 2,3 G Kurvengeschwindigkeit, minimale Trägheit, maximale Kontrolle.

Elektronische Filter? Fehlanzeige. Keine serienmässigen Stabilitätsprogramme, kein Torque Vectoring, keine Servolenkung. Hier wird der Fahrer noch ernst genommen. 

Form folgt Konsequenz

Das Design bleibt Donkervoort-typisch: offene Vorderräder, lange Nase, kurzes Heck. Neu interpretiert mit schwenkbaren Aero-Blade-Scheinwerfern, aktiver Aerodynamik und einem optionalen Track-Aero-Kit, das bei 250 km/h rund 90 Kilogramm Abtrieb erzeugt – ohne die über 300 km/h Vmax zu beschneiden.

Innen: analog aus Überzeugung

Drinnen herrscht Klartext. Schalter, Drehregler, Carbon, Recaro-Sitze, Sechspunktgurte. Ein digitales Kombiinstrument ja, ein optionales iPad Mini – aber nichts lenkt vom Fahren ab. 298 Liter Gepäckraum und Platz für bis zu 2,05 Meter grosse Niederländer beweisen: Radikalität schliesst Alltag nicht aus. In einer Welt homogener Hochleistungscomputer ist der Donkervoort P24 RS ein mechanischer Gegenentwurf.

Bilder: Donkervoort

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