

Lamborghini Revuelto SV mit 1065 PS
Der Lamborghini Revuelto hat mit 1015 PS eigentlich Leistung genug. Aber «genug» gehört in Sant’Agata Bolognese nicht zum Wortschatz. Darum leistet der Revuelto Super Veloce 1065 PS und ist damit der stärkste Serien-Lamborghini aller Zeiten.
Warum braucht ein Lamborghini Revuelto mit 1015 PS nochmals 50 PS mehr? Warum muss ein Auto, das bereits in 2,5 Sekunden von null auf 100 km/h schiesst, noch schneller werden? Und warum braucht ein Strassensportwagen einen Fahrmodus, der aus dem GT3-Rennsport stammt? Weil Lamborghini es kann. Man nehme den schnellsten Lamborghini, mache ihn leichter, lauter, schärfer und noch ein bisschen wahnsinniger – und schreibe zwei Buchstaben ans Heck: SV.
Zwei heilige Buchstaben

SV steht für «Super Veloce», also superschnell. Angefangen hat alles 1971 mit dem Miura SV. Danach trugen unter anderem Diablo, Murcielago und Aventador das Kürzel. Ein SV war nie einfach eine stärkere Motorvariante. Es war die letzte Eskalationsstufe eines Lamborghini. Nun ist der Revuelto an der Reihe.
1065 PS

Herzstück bleibt der frei saugende 6,5-Liter-V12, der bis 9500 Touren dreht und 607 kW/825 PS leistet. Unterstützt wird er von drei Elektromotoren und einer weiterentwickelten 7,3-kWh-Batterie. Zusammen kommen 783 kW/1065 PS und gewaltige 1425 Nm zusammen.

Damit ist der Revuelto SV der stärkste Serien-Lamborghini aller Zeiten. Von null auf 100 km/h vergehen 2,4 Sekunden, Tempo 200 fällt nach 6,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 345 km/h.
Das Interessante dabei: Der V12 selbst wurde gegenüber dem normalen Revuelto nicht stärker. Die zusätzlichen 50 PS stammen aus dem elektrischen Teil des Antriebs. Hybridisierung dient hier weniger dazu, den Planeten zu retten, sondern eher dazu, ihn schneller umrunden zu können.
Mehr Flügel

Bei einem echten SV geht es nicht primär um PS. Die Front erhält grössere Lufteinlässe und einen neuen Splitter, der Unterboden wurde überarbeitet und hinten thront ein feststehender Flügel. Insgesamt erzeugt der SV rund 80 Prozent mehr Abtrieb als der normale Revuelto. Gleichzeitig steigt die aerodynamische Effizienz deutlich, während die Kühlung der Bremsen verbessert wurde. Das viele sichtbare Karbon ist dabei nicht bloss italienischer Schmuck. Es hilft, Gewicht zu sparen. Dazu kommen neue Schmiederäder mit Zentralverschluss.
GT3 für die Strasse
Noch spannender wird es unter der Haut. Statt des adaptiven Fahrwerks des Revuelto setzt Lamborghini beim SV auf manuell einstellbare passive Dämpfer mit Technik aus dem GT3-Rennsport. Dazu kommt eine neue Karbon-Keramik-Bremsanlage vom Typ CCM-R Plus, deren Technik aus dem Rennsport stammt. Lamborghini verspricht 17 Prozent mehr Agilität und zehn Prozent mehr Quergrip gegenüber dem Revuelto.

Und dann wäre da noch «Pilota». Der neue Fahrmodus basiert auf Erfahrungen aus Lamborghinis GT3-Programm und bietet unter anderem eine fünfstufig einstellbare Traktionskontrolle. Eine neue 6D-Sensorik überwacht permanent Nick-, Wank- und Gierbewegungen des Autos und passt die Regelsysteme entsprechend an. Je nach Strecke, Reifen und Talent kann der Fahrer die elektronischen Schutzengel damit Stück für Stück in die Kaffeepause schicken.

Dass Lamborghini es ernst meint, zeigte der SV bereits vor seiner offiziellen Premiere. Werksfahrer Marco Mapelli umrundete den Hockenheimring in 1:41,6 Minuten. Lamborghini bezeichnet den Revuelto SV damit als schnellstes dort gemessenes Serienfahrzeug – eine Aussage, die allerdings von der jeweiligen Definition eines Serienfahrzeugs abhängt.

Preise hat Lamborghini noch nicht genannt. Der normale Revuelto kostet in der Schweiz bereits rund 570 000 Franken. Billiger dürfte der SV kaum werden. Die Produktion ist auf 1963 Exemplare limitiert – eine Hommage an das Lamborghini-Gründungsjahr. Die ersten Kundenfahrzeuge werden für 2027 erwartet.
Bilder: Lamborghini


