

Upgrade für den Ineos Grenadier
Schön, wenn mal jemand zuhört. Als wir den Ineos Grenadier testeten, kritisierten wir die schwammige Lenkung, den grossen Wendekreis und das nervöse Fahrverhalten auf der Strasse. Genau diese Punkte hat Ineos nun überarbeitet.
Am liebsten würden wir uns eine Alphütte kaufen, möglichst weit oben, nur um einen Grenadier aus rein praktischen Gründen rechtfertigen zu können. Denn im Gelände ist der britische Offroader eine Klasse für sich – kompromisslos, robust und mit einer Spielfreude, die heute selten geworden ist. Hier gibt es nichts zu meckern. Entsprechend haben die Ineos-Ingenieure nicht an der Geländegängigkeit geschraubt, sondern dort angesetzt, wo der Grenadier bislang Schwächen zeigte: auf der Strasse.

Neue Lenkung fürs Modelljahr 2026
Zum Modelljahr 2026 erhält der Grenadier erstmals ein Lenkgetriebe mit variabler Übersetzung. Heisst konkret: geradeaus ruhiger, in der Mitte direkter, insgesamt präziser. Auf der Landstrasse soll der Grenadier damit stabiler unterwegs sein, auf der Autobahn weniger nervös und im Kreisverkehr muss man auch nicht mehr nachlenken wie ein Lastwagenfahrer. Kurz: Das Ding fährt jetzt erwachsener, ohne seine Offroad-Seele verkauft zu haben. Wichtig für die Hardcore-Fraktion: Die Übersetzung an den Achsen bleibt unverändert. Gelände-Performance, Verschränkung, Kletterqualitäten – alles bleibt, wie es war. Genauso wie die bärenstarken Sechszylinder Motoren von BMW.
Wendiger als man denkt
Ineos hat nicht nur am Lenkgefühl gedreht, sondern auch an der Geometrie. Dank verlängerter Lenkanschläge schrumpft der Wendekreis um rund fünf Prozent – in der Praxis etwa einen Meter. Klingt nach wenig, macht im Alltag aber einen spürbaren Unterschied. Enge Parkhäuser, schmale Stadtstrassen oder knifflige Offroad-Passagen werden nicht mehr zum Endgegner. Der Grenadier bleibt ein Brocken, fühlt sich aber weniger sperrig an.

Leiser, klüger, britischer
Auch bei den Komfortthemen wurde nachgebessert. Viele Fahrer bemängelten die Klimaanlage, die so laut war wie ein Helikopter-Rotor. Eine neue Steuerung, leisere Lüfter und eine feinere Regelung sollen das Problem beheben. Neu an Bord sind zudem ein Notbremssystem für Fussgänger und Velofahrer sowie eine Fahreraufmerksamkeitskamera. Praktisch: Auf dem Startbildschirm lässt sich der obligatorische Geschwindigkeitsassistent nun per Direktverknüpfung mit einem Fingertipp deaktivieren – eine im Alltag sehr willkommene Verbesserung.
Laut CEO Lynn Calder handelt es sich um das bislang umfassendste Update seit der Markteinführung des Grenadiers. Und die gute Nachricht zum Schluss: teurer wird das Ganze für die Kundschaft nicht.
Bilder: Ineos



