

So kommt der neue Sport Electric
Der Range Rover Electric wird bereits seit Jahren angekündigt. Nun präsentiert Range Rover bereits das nächste Elektromodell. Kommen die beiden Range Rovers am Ende 2026 gleichzeitig auf den Markt? Möglich wäre es. Schliesslich teilen sie sich dieselbe Plattform.
Eigentlich war die erste Generation des Range Rover Sport eine Mogelpackung. Es stand zwar Sport drauf, doch im Grunde war er ein aufgehübschter Discovery. Auch die Idee, den prestigeträchtigen Namen «Range Rover» auf ein zweites Modell auszuweiten, sorgte 2005 für Diskussionen.
Vom Discovery zum Bestseller
Der Erfolg gab den Kritikern allerdings unrecht. Der Range Rover Sport entwickelte sich zum weltweiten Bestseller. Allein von der ersten Generation wurden rund 415'000 Fahrzeuge verkauft. Die zweite Generation festigte den Erfolg weiter und lockte zahlreiche Neukunden zur Marke. Ende 2020 rollte bereits das millionste Exemplar vom Band.

Nun beginnt das nächste Kapitel. Und das wird elektrisch geschrieben. Seinen ersten öffentlichen Auftritt absolvierte der neue Sport Electric beim Goodwood Festival of Speed. Dort zeigte Land Rover den Stromer zwar noch ohne vollständige technische Offenlegung, liess ihn aber bereits verschiedene Demonstrationsfahrten absolvieren.
Modular Longitudinal Architecture

Optisch verändert sich erstaunlich wenig. Die bekannte Silhouette bleibt praktisch unangetastet. Die eigentliche Revolution findet unter dem Blech statt. Wie das britische Fachmagazin Autocar berichtet, übernimmt der Range Rover Sport Electric nahezu die komplette Technik des ebenfalls noch ausstehenden Range Rover Electric. Beide Modelle basieren auf der flexiblen MLA-Plattform (Modular Longitudinal Architecture), die sowohl Verbrenner als auch Plug-in-Hybride und Elektroantriebe aufnehmen kann. Trotz der rund zehn Zentimeter kürzeren Karosserie nutzt der Sport denselben Radstand von 2997 Millimetern wie sein grosser Bruder.
Kein Leistungswettbewerb
Auch bei der Antriebstechnik verfolgt Range Rover seinen eigenen Weg. Statt in den aktuellen Leistungswettbewerb einzusteigen, sollen zunächst zwei Allradversionen mit 331 beziehungsweise 404 kW erscheinen. Damit bleibt der Sport Electric zwar unter dem angekündigten BMW iX5 mit 425 kW und deutlich unter den stärkeren Varianten des kommenden Porsche Cayenne Electric. Die beiden Permanentmagnet-Synchronmotoren wurden von Range Rover selbst entwickelt und werden auch im eigenen Werk produziert – ein bemerkenswerter Schritt hin zu mehr technischer Eigenständigkeit.

Für die Energieversorgung sorgt ein 119 kWh grosser Akku, der zwischen den Batteriekapazitäten von Porsche Cayenne Electric und BMW iX5 liegt. Die zylindrischen Batteriezellen stammen vom chinesisch-japanischen Hersteller AESC und arbeiten mit einer modernen 800-Volt-Architektur. Offizielle Angaben zur Ladeleistung gibt es noch nicht. Bei der Reichweite dürfte der Sport Electric jedoch auf Augenhöhe mit dem Cayenne Electric liegen. Mehr als 600 Kilometer nach WLTP erscheinen realistisch.
Die nächste Bewährungsprobe
Auffällig ist, worüber Range Rover derzeit kaum spricht. Weder Beschleunigungswerte noch Ladeleistung stehen im Mittelpunkt der Kommunikation. Stattdessen betonen die Briten immer wieder Fahrdynamik, Präzision und Souveränität. Offenbar soll der neue Sport Electric nicht der stärkste oder schnellste Elektro-SUV seiner Klasse werden, sondern der überzeugendste.
Ob das gelingt, werden erst die ersten Vergleichstests zeigen. Eines steht allerdings bereits fest: Vor zwanzig Jahren wandelte sich der Range Rover Sport vom belächelten Discovery-Ableger zum Bestseller der Marke. Vielleicht gelingt ihm nun ein zweites Mal die Überraschung – diesmal als Elektroauto.
Bilder: Land Rover


