

The Quail 2026 – Automobile Gartenparty
Wo sonst Golfer ihre Bälle suchen, standen während der Monterey Car Week über 200 der begehrenswertesten Autos der Welt. The Quail ist längst mehr als ein Concours: zahlreiche Premieren, rund 30 Lamborghini Diablo, eine Armada Ferrari F40 – und ein 69 Jahre alter Ferrari, der am Ende allen die Show stahl.
Pebble Beach mag berühmter sein. The Quail ist dafür exklusiver, entspannter – und vielleicht noch ein bisschen verrückter. Einmal im Jahr verwandelt sich der Golfplatz des The Quail Golf Club im kalifornischen Carmel Valley in eine automobile Gartenparty für Menschen, deren Garagen teurer sind als die meisten Wohnungen. 2026 fand «The Quail by The Peninsula, A Motorsports Gathering» bereits zum 23. Mal statt.

Was diesen Concours so besonders macht, ist die Mischung aus Vergangenheit und Zukunft. Historische Rennwagen und Sammlerstücke stehen neben den neuesten Kreationen internationaler Hersteller und kleiner Manufakturen. Auch in diesem Jahr gab es über zwanzig Premieren zu sehen. Ein Autosalon unter freiem Himmel – nur mit besserem Essen und weniger Prospektständern.

Der schönste von allen
Mehr als 200 historische Rennwagen, Supersportwagen und Einzelstücke standen auf dem kurz geschnittenen Rasen. Doch einer überstrahlte sie alle: ein Ferrari 625/250 TRC von 1957 aus der Sammlung des amerikanischen Ferrari-Sammlers Bruce Meyer.

Das Auto wurde ursprünglich für John von Neumann gebaut – Ferrari-Händler, Rennfahrer und eine prägende Persönlichkeit der südkalifornischen Ferrari-Szene. Der von Scaglietti karossierte Rennwagen entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Ferrari seiner Epoche und holte im Laufe seiner Rennkarriere mindestens 25 Siege. Später erhielt er einen Dreiliter-V12 aus dem Ferrari 250 Testa Rossa und setzte seine Erfolgsgeschichte als privat eingesetzter Rennwagen fort. 69 Jahre später folgte ein weiterer Sieg: Best of Show bei The Quail 2026.

Damit wurde der Ferrari in den renommierten Rolex Circle of Champions aufgenommen. Besitzer Bruce Meyer bekam nicht bloss einen Pokal, sondern eine eigens gravierte Rolex Oyster Perpetual Datejust 36. Als ob sich der Gewinner nicht selbst eine leisten könnte.
Bruce Meyers Heimspiel

Dass ausgerechnet ein Auto von Bruce Meyer gewann, passte dennoch. Dem amerikanischen Sammler war 2026 nämlich eine der fünf Sonderklassen gewidmet. The Quail bezeichnet Meyer als einen der einflussreichsten Automobilenthusiasten der Welt. Viel besser kann ein Ausflug auf den Golfplatz kaum laufen.

Neben der Bruce Meyer Collection standen vier weitere Sonderthemen im Mittelpunkt: 100 Jahre Route 66 erinnerten an jene Strasse, die wie kaum eine andere für amerikanische Freiheit auf vier Rädern steht.

Rund 30 Lamborghini Diablo versammelten sich in Carmel. Dreissig Zwölfzylinder-Supersportwagen auf einem Golfplatz – das könnte sogar ein Rekord sein.
Der Diablo war allerdings nicht allein. Eine ganze Armada von Ferrari F40 erinnerte daran, weshalb der kantige Italiener fast 40 Jahre nach seiner Premiere noch immer zu den grossen automobilen Poster-Boys gehört. Dazu kamen japanische GT-Legenden sowie amerikanische Klassiker.

Die anderen Sieger

Natürlich kann bei mehr als 200 aussergewöhnlichen Autos nicht nur einer gewinnen. Den «Spirit of The Quail» holte ein Porsche 911 von 1965 aus dem Besitz von Marc Davidian.

Der Hagerty Drivers Foundation Award ging an einen Lincoln Continental von 1962 von Richard Plavetich und Susan Denton. Den Magneto Editor’s Choice Award erhielt ein Lamborghini Diablo VT JOTA von 1994 aus der Caretakers Collection. Verlierer gibt es hier nicht. Gewonnen hat bereits, wer hier sein Auto präsentieren darf. Ob mit oder ohne Rolex.

Bilder: The Quail


