

Mini-Defender aus Paris?
Renault setzt den Blinker links und zieht auf die Überholspur. In den nächsten vier Jahren planen die Franzosen, 26 neue Modelle auf den Markt zu bringen. Oder besser gesagt: ihn zu erobern. Als kleines Amuse-Bouche servierten die Franzosen schon einmal das Concept-Car Bridger.
Moment mal – ist das nicht ein …? Nein, das ist nicht der schon lange angekündigte Baby-Defender, sondern ein kleiner Ausblick auf die Zukunft von Renault. Und die könnte aussehen wie der Renault Bridger Concept – auf den ersten Blick ein urbaner Mini-Offroader mit Pariser Chic und Wanderstiefeln. Absurd? Nein. Die erhöhte Sitzposition sorgt für eine gute Übersicht im Stadtverkehr – ein wichtiger Punkt für Kundinnen und Kunden, die sich vom SUV-Look Sicherheit versprechen.
Kleines Auto, grosse Attitüde

Im B-Segment gibt es normalerweise zwei Sorten Autos: praktische Einkaufswagen oder rollende Joghurtbecher auf Rädern. Der Bridger will etwas anderes sein. Die Front wirkt kantig und selbstbewusst, mit kubischen Linien und schmalen Scheinwerfern, die sich bis zum Kühlergrill ziehen. Seine 200 Millimeter Bodenfreiheit mögen für ein Stadtauto übertrieben wirken – sehen aber verdammt cool aus. Dazu kommen 18-Zoll-Räder, markante Linien und ein Reserverad an der Heckklappe – ein Detail, das heute fast nur noch echte Offroader tragen. Lackiert ist das Ganze im Farbton «Beige Dune Satin». Klingt nach Wüste – und sieht nach Abenteuer aus.

Strategie statt Spielerei
Der Bridger Concept ist mehr als ein hübsches Showcar. Er ist ein strategischer Wink mit dem Blinker. Renault will in den kommenden Jahren massiv wachsen. Insgesamt 26 neue Modelle sollen in den nächsten vier Jahren auf den Markt kommen. Ziel: über zwei Millionen verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2030.

Dabei verfolgt die Marke eine zweigleisige Strategie. In Europa setzt Renault stark auf Elektrifizierung und will seine Rolle in der Energiewende ausbauen. Bis 2030 sollen 100 Prozent der Verkäufe elektrifiziert sein – also Elektroautos oder Hybridmodelle. Gleichzeitig wächst Renault ausserhalb Europas kräftig. 2025 verkaufte die Marke 620 000 Fahrzeuge ausserhalb Europas – elf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Das Serienmodell, das auf dem Bridger Concept basiert, soll Ende 2027 zuerst in Indien auf den Markt kommen. Von dort aus soll der kleine Abenteurer Schritt für Schritt weitere internationale Märkte erobern. Renault nutzt dafür seine fünf grossen Produktionsregionen – darunter Indien, Marokko, die Türkei und Lateinamerika.

Und wenn das Serienmodell auch nur halb so cool aussieht wie dieses Konzeptauto, könnte Renault tatsächlich einen neuen Star im B-Segment landen – und den rollenden Joghurtbechern ordentlich Konkurrenz machen.
Bilder: Renault


