

Weltpremiere der Mercedes Luxus-SUVs
Das ist mehr als ein Facelift. Was Mercedes-Benz hier demonstriert, ist eine koordinierte Offensive: drei SUVs, komplett überarbeitet. Vorgestellt wurden sie dort, wo sie gebaut werden: in Tuscaloosa, Alabama. Ein Ort, der für Mercedes inzwischen fast so wichtig ist wie Stuttgart selbst.
Hebebühne frei für die neuen Mercedes SUVs der Oberklasse. Die Weltpremiere von Mercedes-Benz GLS, Mercedes-Benz GLE und Mercedes-Benz GLE Coupé fand nicht etwa auf einem polierten Messestand statt, sondern direkt im Werk. Alabama statt Autosalon: Das hat Symbolkraft und ist ein Grund zu feiern. Fünf Millionen SUVs sind hier in den letzten 30 Jahren vom Band gelaufen.

60 Prozent davon gehen in den Export – Mercedes ist damit einer der grössten Autoexporteure der USA. Gleichzeitig pumpt der Konzern bis 2030 über 7 Milliarden Dollar in den Standort. Die GL-Modelle sind also auch Teil einer globalen Strategie.
GLS: Der Luxus-Overkill
Der GLS bleibt die S-Klasse unter den SUVs – die rollende Chefetage, der König der linken Spur. Jetzt einfach noch extremer. Der XXL-Kühlergrill glänzt und glitzert, als wäre es das Tor zu einem Lichtpalast. Dazu kommt ein aufrecht stehender Stern auf der Motorhaube, der in manchen Ländern sogar leuchtet. Apropos Licht: Die neue DIGITAL LIGHT Generation strahlt weiter, heller und präziser – bis zu 600 Meter weit.

Innen? Natürlich First Class. Massagesitze, eigene Displays, Klimazonen, Entertainment – und genug Platz, dass Grossgewachsene sogar in der dritten Reihe entspannt sitzen können.
Das Spannende passiert aber unter der Oberfläche. Der GLS wird zum rollenden Supercomputer. Der neue lernfähige MB.OS vernetzt alles – von Navigation bis Assistenzsysteme – und hält das Auto per Over-the-Air-Updates aktuell. Dazu kommt ein Arsenal an Sensoren: zehn Kameras sowie bis zu fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren.
Absolut Killer ist das Fahrwerk, das 1000-mal pro Sekunde reagiert. Die AIRMATIC-Luftfederung nutzt Cloud-Daten und erkennt Bodenwellen, bevor man sie erreicht. Der GLS schwebt also nicht – er weiss einfach vorher, wo es holprig wird.
Mehr Kraft, weniger Drama
Unter der Haube bleibt alles standesgemäss: effizientere Sechszylinder und V8, elektrifiziert mit 48-Volt-Technik oder als Diesel. In Europa entfällt die Vierzylinder-Version. Das Topmodell, der GLS 580 4MATIC, hat eine Gesamtleistung von 395 kW / 537 PS. Auch die Sechszylinder legen zu – mehr Drehmoment, bessere Reaktion, weniger Verbrauch.
GLE: Die goldene Mitte

Der GLE ist der Mittelpunkt dieser Offensive – und wahrscheinlich der wichtigste. Über 3000 neue oder überarbeitete Teile sprechen eine klare Sprache. Der Mercedes-Benz GLE kombiniert Alltagstauglichkeit, Komfort und Vielseitigkeit. Weniger Show. Mehr Substanz. Er übernimmt viele Technologien vom grossen Bruder – aber verpackt sie alltagstauglicher.

Dazu gehören die modernisierten Motoren mit mehr Effizienz (PHEV mit 100 Kilometer elektrischer Reichweite), das aktuelle MBUX-System mit erweiterten KI-Funktionen, verbesserte Assistenzsysteme, mehr Konnektivität und Over-the-Air-Updates.

Natürlich hat auch der neue GLE den Mercedes-Benz Superscreen serienmässig an Bord. Genauso wie die neue Stern-Lichtsignatur, die zeigt, was Sache ist.
GLE Coupé: Der Emotionale
Nicht zu vergessen das Coupé-Modell, das eigentlich gar nicht vernünftig sein will. Obwohl er es im Grunde ist. Er hat die gleiche Technik wie seine Geschwister an Bord, die allerdings sportlicher abgestimmt ist. Der kürzere Radstand erlaubt zusätzlich ein direkteres Handling. Das ändert natürlich nichts am Gewicht, das durch den PHEV (100 Kilometer elektrische Reichweite) noch höher sein wird.

Beim Coupé interessiert vor allem das Design, das flacher, dynamischer und noch einschüchternder wirkt. Oder in den Marketing-Worten von Mercedes-Benz: “Der ausdrucksstarke Auftritt wird durch den grösseren Kühlergrill mit beleuchtetem Zentralstern, einem markanten Chromrahmen mit Konturbeleuchtung und einer neuen Frontschürze geprägt.” Auch hier leuchten am Heck die neuen Star-Signets, was ihn zum Vier-Sterne-Hintern macht.
Wer jetzt nur noch Sterne sieht, der Marktstart erfolgt im Herbst.
Bilder: Mercedes-Benz

